8. Netzwerkkonferenz

Ressourcenbildung – Bedarfe und Perspektiven der Lernenden

Die 8. Netzwerkkonferenz fand am 6. März 2018 im Ökohaus - Tagungszentrum Ka Eins in Frankfurt am Main statt.

Das Programm finden Sie hier.
Die Dokumentation finden Sie hier.

Am 06. März 2018 fand in Frankfurt am Main, in den ökologisch-naturnah gestalteten Räumen des Ökohauses, die 8. BilRess-Netzwerkkonferenz statt. Dieses Mal wurde die Ressourcenbildung aus der Perspektive der Lernenden betrachtet. In Bildungsveranstaltungen und -diskussionen wird zumeist von Expert*innen und Lehrenden über Lernende und ihre Bedarfe gesprochen, bei dieser Konferenz jedoch kamen sie als Hauptakteure zu Wort.

Dr. Michael Scharp und Prof. Holger Rohn, Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), begrüßten die insgesamt 84 Teilnehmenden, Aussteller und Referenten*innen. Sie dankten allen, die es möglich gemacht hatten, die Konferenz auszurichten. In Ihrem Statement wiesen sie darauf hin, dass sich das BilRess-Netzwerk mit einer Mitgliederzahl von 380 deutlich positiv entwickelt habe. Eine Vielzahl von Anfragen zur Präsentation der Ideen, der Lernmaterialien von LehrRess oder auch nur zur Thematik Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz erreicht das BilRess-Netzwerk. Deshalb sieht das BilRess-Team der BilRess-Zukunft im Rahmen von Progress III auch sehr positiv entgegen.

Im Anschluss präsentierten Schüler*innen der integrierten Gesamtschule Ernst Bloch aus Ludwigshafen ihre vielfältigen Aktivitäten zum Ressourcenschutz. Die Schüler*innen berichteten, wie an ihrer Schule der Ressourcen- und Umweltschutzgedanke bereits in den unteren Klassen gefördert wird. Dies geschieht vor allem durch Projekte, die von ihrer engagierten Lehrerin Monika Juchheim und den Schüler*innen der oberen Klassen angestoßen bzw. ermöglicht werden und dann mit viel Motivation weitergetragen werden. Zum Beispiel entwickelte eine 5. Klasse einen “Wasser-sparen”-Rapp, es gab einen Wettbewerb zum richtigen Heizen und Lüften, aus Platinen wurden Gebrauchsgegenstände wie z. B. Haarklammern hergestellt und im Schulgarten wurden - im interdisziplinären Ansatz - nicht nur Mischkulturen von Kürbis, Bohne und Mais im Milpa-Beet erfahrbar gemacht, sondern auch eine Vielzahl von verschiedenen Kartoffelsorten angebaut und damit zusätzlich u. a. Historie und Kultur der Kartoffel erforscht.

Peter Lückerath ist für die EnergieAgentur.NRW tätig und berichtete über die Energie-Scouts. Dabei handelt es sich um eine Zusatzqualifizierung für Auszubildende, die von der IHK angeboten wird. Diese Qualifizierung soll die Auszubildenden befähigen Energie- sowie Ressourceneinsparpotenziale im eigenen Ausbildungsbetrieb zu erkennen, zu dokumentieren und so zu Verbesserungen anzuregen. In der modular aufgebauten Spezialisierung lernen die Auszubildenden alles Rund um die Thematik der Ressourcen und Energie. Neben der verbesserten Energieeffizienz des Unternehmens erhalten die Auszubildenden noch wertvolle Soft Skills im Bereichen der Kommunikation und der Projektarbeit.

Julia Schindler, selbst Absolventin der Hochschule Pforzheim und inzwischen als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig, sowie drei Studierende der Hochschule berichteten von ihren Erfahrungen mit der Möglichkeit “Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit” zu studieren. Der Bachelorstudiengang Ressourceneffizienz-Management ist an der Fakultät für Wirtschaft und Recht angesiedelt. Die Business School bietet mit Life Cycle & Sustainability den passenden Master. Beide Studiengänge sind im Wirtschaftsbereich angesiedelt, bieten aber die Möglichkeit interdisziplinär und praxisnah zu studieren. Die Studierenden stellten die verschiedenen Phasen des Studiums sowie Schwerpunkte vor.

Aiko Müller-Buchzik erläuterte die Inhalte der Weiterbildung zum Ressourcenberater des VDI ZRE und stellte insbesondere den Bezug zum Energieberater her, dessen inhaltliche Komponenten er als Teilbereich einer Ressourcenberatung darstellte. Da Ressourcenberatung das Potenzial zur Materialeinsparung und zur Energieeinsparung umfasst und damit effektiv auch erhebliches Potenzial zu ökonomischen Ersparnissen seitens der Betreiber mit sich bringt, sei die Ressourcenberatung einfacher zu vermarkten. Die analytische Herangehensweise ist jedoch umfassender und damit komplizierter als bei der ausschließlichen Energieberatung, insbesondere der Aspekt der Produktentwicklung steht dabei im Zentrum. Er schloss mit Erwägungen zur Zusammenführung der beiden Konzepte und mit einem Plädoyer dafür, dass die Förderung auf einen systemischen Ansatz angepasst werden sollte, der insbesondere das Know-how von Mitarbeitern der beratenen Firmen integriert.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit allen Referenten*innen wurden neben inhaltlichen Rückfragen zu einzelnen Perspektiven die Schnittstellen zwischen den jeweiligen Bildungsbereichen thematisiert.

Im Anschluss führte der Moderator Dr. Christoph Ewen die Teilnehmenden durch die Ausstellung, die durch eine kurze Präsentation der jeweils verantwortlichen Vertreter*innen belebt wurde.